Feuerwehr-im-Stress
Immer in Alarmbereitschaft zu sein, bedeutet Stress. Einsatzkräfte wie Feuerwehrleute sind häufig im Stress. Sie verrichten ihre Arbeit in oft angespannter Atmosphäre, sie erleben Dinge, die weit außerhalb ihrer bisherigen Lebenserfahrung liegen. Davon bleibt die Seele nicht unberührt. Es ist wichtig, Stress und belastende Erlebnisse gut zu verarbeiten, Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und, wenn nötig, Hilfe zu suchen und anzunehmen. Je eher dies geschieht, desto besser sind die Chancen, heil davonzukommen.
Mit Stresssymptomen reagiert der menschliche Organismus auf bisher erlebte Belastungen. Der Organismus setzt damit Mechanismen in Gang, die der Überlebenssicherung dienen. Der Körper wird in einen Zustand höchster Erregung versetzt, um der vermeintlichen Bedrohung Paroli zu bieten. Die Art und Ausprägung der Reaktionen ist unter anderem abhängig von der persönlichen Lebenserfahrung, von vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit in der akuten Stresssituation, vom aktuellen körperlichen und psychischen Zustand sowie von der Art, der Intensität und der Dauer der Belastung. Wichtig ist jedoch das der Stress wieder abgebaut wird. Erst wenn Stress nicht abgebaut wird, der Anspannung also keine Entspannung folgt, die Symptome über einen längeren Zeitraum anhalten oder sich verschlimmern, besteht die Gefahr, dass körperliche wie psychische Krankheiten entstehen. Im Einsatz ist diese Gefahr besonders groß, weil die Möglichkeiten zur Entspannung stark eingeschränkt sind. Zudem können sich über Monate hinweg einzelne einsatzbedingte Stressfaktoren (zum Beispiel Trennung von der Familie, Lebensbedingungen vor Ort), die für sich alleine genommen keine negativen Auswirkungen hätten, zu einem Problemkomplex summieren, der für den einzelnen nicht mehr zu bewältigen scheint.
Dipl. Soz. Wiss. Mark Overhagen